Datenträger

Verfasst von

in

Beim Aufarbeiten des Nachlasses meiner Patin ging es um die Digitalisierung eines Briefwechsels, bestehend aus vielen hundert Papieren (siehe Bild). Dabei schweiften meine Gedanken auch zum Thema Datenträger allgemein.

Seit Gedenken versuchen die Menschen, Daten festzuhalten. Die in Stein geschlagenen ägyptischen Hieroglyphen sind nur ein Beispiel dafür.  In unserer Zeitrechnung gesehen setzten sich dann mehr und mehr das heutige Papier und seine Vorläufer, Papyrus und Pergament, als Datenträger durch. Alles wurde in der Folge zu Papier gebracht. Das führte schliesslich zu einer wahren Schwemme dieses Materials. In den 1960er Jahren machte deshalb die Idee eines «papierlosen Büros» die Runde, allerdings wurde daraus bis heute wenig. Glücklicherweise lässt sich Papier aber zu einem guten Teil recyceln.

Schon früh wollte man nicht nur schriftliche und grafische Elemente speichern, sondern auch Steuerbefehle irgendwelcher Art und diese repetitiv verwenden. So entstanden Lösungen wie der Jacquard-Webstuhl, Musikorgeln und später der maschinelle Telegraf. Ja, sogar die Spieldose mit der Walze und ihren Stiften ist ein Beispiel dafür. Schliesslich wurden der papierene Lochstreifen und später die Lochkarte entwickelt, welche 1890 erstmalig bei einer Volkszählung in den USA eingesetzt wurde. 

Die Steueranweisungen wurden aber immer umfangreicher und man wollte auch Daten selbst speichern. Zuerst waren es solche in analoger Form, welche man direkt auf den Datenträger brachte. Man denke an die Schallplatte oder das Tonband. Später waren es dann auch digitale Daten und die Ära der magnetischen Datenträger begann. Dann versuchte man es auch noch in optischer Technologie und heute mit elektronischer. Die folgenden Bilder zeigen eine Auswahl Datenträger in verschiedenen Arten und Formen. 

Disketten 8 Zoll, 5 1/4 Zoll, 3 1/2 Zoll und Beispiel einer CD/DVD – alle mechanisch rotierend
Magnetische Harddisk (rotierend), links gekapselt zum Einbauen und rechts gekapselt als externe Festplatte zum Anschluss an ein USB-Port, heute baugleich auch als Festkörperspeicher erhältlich.
Moderne Festkörper-Speicher. Links oben als naktes Elektronikmodul, dann 3 mal als USB-Stick, in verschiedenen Formen und ganz rechts als einschiebbares Speichermodul.

Faszinierend die Entwicklung auch bezüglich der maximalen Speichermenge: Lochkarte etwa 80 Byte, modernste Speicher im Bereich von mehreren Terabyte (TB), wobei 1 TB = 1’000’000’000 Byte, also bald einmal milliardenmal mehr.

Leider haben aber alle  Datenträger den Hauch von Vergänglichkeit . Man schätzt, dass die Daten, salopp gesagt, nach wenigen Jahrzehnten wieder weg sind. Auch müssen zum Auslesen der Daten die notwendigen Maschinen und Programme noch vorhanden sein. Die ganze Problematik zwingt dazu, dass Daten immer wieder (auf neuere) Träger in aktueller Codierung und mit aktuellen Programmen umkopiert werden müssen, will man die Daten dauerhaft erhalten.

Auch das gute alte Papier macht da keine Ausnahme. Nur spezielle Papiere überdauern einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren. Aber Papier hat den unvergleichlichen Vorteil, dass wir Menschen die dort gespeicherten Informationen mit unseren Augen und dem nötigen Verstand gleich direkt lesen können.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert